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Voller Zuversicht in heiße Olympiaquali-Phase

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Bericht aus Pfälzischer Merkur

Nach Bronze beim Grand Prix in der Türkei will JCZ-Judoka Jasmin Külbs nun beim Grand Slam in Baku nachlegen: am liebsten Edelmetall und viele Punkte zur Olympiaquali.

Von Svenja Hofer

Zweibrücken Jasmin Külbs wirkt gelöst. Alle Zweifel, alle Ängste, die nach der erneuten Schulteroperation und der knapp einjährigen Wettkampfpause zu spüren waren, scheinen verflogen. Zu dem neuen Selbstbewusstsein der Judoka des 1. JC Zweibrücken beigetragen hat neben dem DM-Titel Anfang des Jahres auch die erste internationale Medaille beim Grand-Prix im türkischen Antalya vor rund vier Wochen. Mit Bronze ging Külbs zufrieden von der Matte. In ihrem harten Kampf zurück in die Weltspitze „war das für mich super wichtig“, erklärt die 27-Jährige. „Es tat gut, diese Medaille zu gewinnen, den nächsten Schritt zu machen“. Dieser Wettkampf hat der Schwergewichtsjudoka gezeigt, dass der Abstand nach ganz vorne gar nicht so groß ist. „Gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele bin ich megahappy, dass ich diese Qualipunkte sammeln konnte“, erklärt Külbs, die mit ihrer Gegnerin Kseniia Chibisova noch eine Rechnung offen hatte.

Bei ihrer ersten Olympiateilnahme 2016 in Rio schied die Pfälzerin gegen die Russin in der ersten Runde aus. Immerhin mit der Kontrahentin konnte Külbs in Antalya also die Rechnung begleichen. „Was die Spiele angeht, kann ich das noch nicht sagen“, betont Külbs, dass es dort schmerzhafte Erinnerungen gibt, unter denen sie zu leiden hat.

Für ihr Selbstvertrauen aber, um zu zeigen, dass sie es noch kann, sei der Kampf in der Türkei sehr positiv gewesen. Denn nach ihrer schweren Schulterverletzung im vergangenen Jahr war zunächst nicht klar, ob es überhaupt ein Zurück auf die Judomatte gibt, auf der sie nun bereits seit über 23 Jahren steht. „Das war schon eine harte Zeit für mich.“ Doch nach erneuter OP und Reha kämpfte sich Jasmin Külbs Schritt für Schritt zurück. Immer mit der Ungewissheit, ob oder wie schnell sie wieder vorne in der Weltspitze mitmischen könnte.

Dass sie es kann, hat sie in Antalya bewiesen. Doch trotz dieses Zwischenerfolgs kann Külbs nur schwer einschätzen, bei wie viel Prozent ihrer Leistungsfähigkeit sie sich mittlerweile befindet. Es gebe einfach die Athletin vor und nach der Verletzung, die nicht einfach so zu vergleichen seien. „Es gibt ein paar Dinge, die ich mit der Schulter nicht mehr machen kann. Ich bin mit dem Leistungsstand aber absolut zufrieden und denke, ich nähere mich der Spitzenform an“, erklärt Külbs voller Zuversicht. Neben der Beschwerdefreiheit stellen sich auch die Automatismen auf der Matte wieder ein. „Die Sicherheit ist wieder da, einfach durch das viele Judo, das ich gemacht habe.“ Schon lange, bevor sie wieder auf die Wettkampfbühne zurückgekehrt ist, ackerte die Kämpferin in Trainingslagern und Lehrgängen. Sicher gebe es ein, zwei Situationen, die schwierig bleiben, „einfach, weil es mit der Schulter nicht mehr geht. Aber ich habe keine Angst mehr zu kämpfen.“ Jasmin Külbs ist wieder voll da.

Und das will die derzeitige Nummer 22 der Welt auch am Sonntag wieder zeigen: beim Grand Slam in Baku/Aserbaidschan. Wenn die Konkurrenz dort auch groß sein wird, „prinzipiell treffen in der heißen Phase der Olympiaquali ähnliche Teilnehmerfelder aufeinander – da braucht man auch mal Losglück“, geht Külbs guter Dinge in den Wettbewerb. „Ich möchte wieder oben auf dem Podest stehen, ich will meine Punkte, meine Medaillen und weiteres Selbstvertrauen sammeln“, betont die Schwergewichtsathletin – immer mit dem ganz großen Ziel vor Augen: die Teilnahme an Olympia 2020 in Tokio.

Der Grand Slam in Baku gehört zu einem der letzten Wettkämpfe im ersten Qualizeitraum, die seit Mai 2018 läuft. Die in diesen Wettkämpfen erzielten Punkte fließen zu 50 Prozent in die Wertung ein. Der Grand Prix in China in zwei Wochen, an dem Külbs ebenfalls teilnehmen wird, gehört schon zur „neuen Olympia-Qualiphase“, erklärt Külbs. Die ab diesem Zeitpunkt erzielten Punkte gehen zu 100 Prozent in die Olympia-Rangliste ein, die neben der Weltrangliste geführt wird. Grundsätzlich sind die besten 22 Kämpferinnen der Schwergewichtsklasse dabei. „Allerdings die ersten 22 der bereinigten Liste – heißt, mit nur einer Starterin pro Nation“, erklärt Külbs. Sollten es bis Mai 2020 zwei deutsche Judoka darunter schaffen, entscheidet der Bundestrainer, wer nach Tokio fahren darf. Nationalmannschaftskollegin Carolin Weiß hat in diesem Ranking derzeit die Nase vorne. „Aber ich kenne das Spiel. Ich habe es 2016 geschafft und werde es auch dieses Mal schaffen“, sagt die JCZ-Kämpferin selbstbewusst. „Ich will unbedingt nochmal zu Olympia, mit einem besseren Ergebnis aus der Halle gehen, mit dem ich auch zufrieden sein kann – nicht mit hängendem Kopf.“

Bis diese Entscheidung ansteht, gehen aber noch einige harte Trainingswochen, noch zahlreiche Wettkämpfe ins Land. Nach Baku reist Külbs ins Trainingslager nach Korea. Von dort geht es zum Grand Prix Hohhot (China). Danach gönnt sich Külbs ein paar Tage zum Durchatmen, bevor nach einem Vorbereitungslehrgang in Köln die European Games in Minsk (21. bis 30.Juni) anstehen. Im darauffolgenden Saisonblock wird die WM in Tokio ins Auge gefasst. Auch dort will Jasmin Külbs weitere wichtige Punkte sammeln und schon erste Olympialuft im Austragungsort 2020 sammeln. „Ich hatte dieses Mal nicht so lange Zeit in der Quali wie die Konkurrenz, aber ich mache mir keinen Druck. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass ich den Sprung zu den Spielen nochmal schaffe“. Um dann auch diese Rechnung zu begleichen.

 

Erneut gegen Chibisova, erneut Bronze

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Bericht aus Pfälzischer Merkur

Judo: Jasmin Külbs vom 1. JC Zweibrücken feiert beim Grand Prix im chinesischenHhohhot nächsten internationalen Erfolg.

Von Svenja Hofer

Hohhot Nächster Erfolg für Jasmin Külbs. Die Schwergewichtsjudoka des 1. JC Zweibrücken hat beim Grand-Prix im chinesischen Hohhot die Bronzemedaille gewonnen. Und damit wichtige Punkte für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio gesammelt.

Nach Platz drei beim Grand-Prix in Antalya (Türkei) Anfang April und der ersten internationalen Medaille nach ihrer schwerer Schulterverletzung legte die 27-Jährige gestern in China nach. Zum Auftakt des Wettkampfs der Klasse über 78 Kilogramm setzte sich Külbs gegen die Polin Julia Swiatkiewicz durch. Nach 3:14 Minuten gelang der Pfälzerin eine Ipponwertung gegen die Nummer 83 der Welt. Im Viertelfinale ging es für Külbs, derzeit die Nummer 25 der Weltrangliste, die Chinesin Shiyan Xu (Nummer 62 der Welt). Nach nur 1:38 Minute konnte die Kämpferin des JC Zweibrücken die Matte – erneut durch Ippon – als Siegerin verlassen. Ein schwerer Brocken wartete dann im Halbfinale auf Jasmin Külbs. Ausgerechnet gegen die Weltranglistenerste Idalys Ortiz aus Kuba ging es im Inner Mongolia Stadium um den Einzug ins Finale. Külbs schlug sich gut, musste sich aber dennoch nach voller Kampfzeit durch eine Waza-ari-Wertung gegen sich geschlagen geben. Im Bronzekampf traf die gebürtige Böhl-Iggelheimerin dann auf die Russin Kseniia Chibisova – gegen die sie sich bereits im Kampf um Platz drei in Antalya messen musste. Auch dieses Mal mit Erfolg. Nach rund zwei Minuten landete Jasmin Külbs einen Ippon und durfte durch den Sieg gegen die derzeitige Nummer 21 der Weltrangliste über die Bronzemedaille jubeln.

Besonders freut sich die 27-Jährige aber auch über die damit erzielten Punkte zur Olympia-Quali. Zumal mit dem Grand Prix in Hohhot die heiße zweite Qualifikationsphase eingeläutet wurde, die bis Mai 2020 läuft. Die gesammelten Zähler der Wettkämpfe im ersten Qualifikationszeitraum von Mai 2018 bis zur vergangenen Woche sind mit 50 Prozent in die Olympia-Quali eingeflossen. Der Grand Prix in China gehört schon zur „neuen Olympia-Qualiphase“, erklärt Külbs. Die ab diesem Zeitpunkt erzielten Punkte gehen zu 100 Prozent in die Olympia-Rangliste ein, die neben der Weltrangliste geführt wird. Grundsätzlich sind die besten 22 Kämpferinnen der Schwergewichtsklasse in Tokio dabei. „Allerdings die ersten 22 der bereinigten Liste – heißt, mit nur einer Starterin pro Nation“, erklärt Külbs. Sollten es bis Mai 2020 zwei deutsche Judoka darunter schaffen, entscheidet der Bundestrainer, wer zu den Spielen fahren darf. Nationalmannschaftskollegin Carolin Weiß hat in diesem Ranking derzeit die Nase vorne. Umso wichtiger sind Erfolge wie die aus Antalya und Hohhot für Jasmin Külbs, die sich trotz ihrer verletzungsbedingten Wettkampfpause im vergangenen Jahr ihren Traum vom zweiten Olympiastart erfüllen möchte.

Bevor das straffe Wettkampfprogramm für Jasmin Külbs weitergeht, gönnt sie sich nun ein paar Tage zum Durchatmen. Nach einem Vorbereitungslehrgang in Köln stehen dann die European Games in Minsk (21. bis 30.Juni) an.

 


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